Das Fasten im Islam

 

Das Fasten im Ramadan:

Es gibt einen Monat im Jahr, den die Muslime fasten, d. h. sich in der Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang dem Essen, Trinken und des Geschlechtsverkehrs enthalten. Das ist nichts Neues, das vom Islam eingeführt wurde, sondern ein befehl Allahs, der schon früheren Völkern vorgeschrieben war. Allah (subhana wa taala) sagt:

 

"Oh die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr gotesfürchtig werden möget."

(2:183)

 

Fasten ist ein Jihad (Auseinandersetzung) zwischen der Seele und ihren Trieben bzw. Wünschen, womit das Mitgefühl des Muslims, seinen armen und bedürftigen Geschwistern ihre Rechte zukommen zu lassen und ihre Bedürfnisse zu stillen, angeregt wird.


Der wahre Sinn und Zweck

 

Ich höre oft von Nichtmuslimen:

"WAS BRINGT ES WENN DU NICHTS ISST UND TRINKST, ABER DICH NACHTS VOLLSTOPFST, WAS HAT GOTT DAVON?"

 

Prophet (sav):

"Wer nicht die Falschheit in Wort und Tat aufgibt, von dem braucht Allah auch nicht, dass er sich des Essens und Trinkens enthält."

 

Bei einem anderen Anlass sagte er:

"Es gibt viele Menschen, die Fasten, aber nichts davon haben außer Hunger und Durst; und es gibt viele, die Nachts im Gebet stehen, aber nichts davon haben außer Schlaflosigkeit."


Segen und Nutzen des Fastens

1. Zuallererst ist das Fasten eine gottesdienstliche Handlung (arab. 'Ibada).

Das Fasten wird im Gehorsam gegenüber Allah dem Erhabenen ausgeführt. Der Muslim stellt die Zufriedenheit Allahs vor seine eigene Zufriedenheit, indem er Enthaltsamkeit übt. Damit zeigt er, dass er das Jenseits gegenüber diesem Leben bevorzugt. Genauso wie die Muslime sich auf das Fastenbrechen an einem Fastentag freuen, hoffen sie, nach einem Leben, in dem sie sich an die Gebote und Verbote Allahs gehalten haben, ins Paradies eingelassen zu werden. Das Fasten ist daher sinnbildlich für das Verhalten des Muslims im Bezug zum Jenseits.

 

2. Sinn des Fastens ist die Stärkung der Gottesfurcht.

"O die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget."

(Quran 2:183)

 

Zu bedenken ist dabei, dass das Fasten sich nicht nur auf die Enthaltsamkeit des Essens und des Trinkens bezieht, sondern es bedeutet allgemein, sich von allem Schlechten und Schändlichen fernzuhalten.

 

Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

"Wer das falsche Wort[A 1] und dessen tatkräftige Durchsetzung nicht unterläßt, von dem verlangt Allah nicht, daß er auf sein Essen und Trinken verzichtet."

 

3. Das Fasten führt zu mehr Dankbarkeit gegenüber Allah.

Der Fastende weiß die Gaben Allahs mehr zu schätzen.

 

4. Das Fasten ist ein Grund für den Eintritt ins Paradies.

Es wird von Abu Umama (Allahs Wohlgefallen auf ihm) überliefert, dass er fragte:

"Oh Gesandter Allahs, weise mich auf eine Tat hin, mit der ich ins Paradies komme", er sagte: " Halte dich an das Fasten, denn es gibt nichts Gleichwertiges."

(Hadith bei an-Nasa'i, Ibn Hibban und al-Hakim mit authentischem Sanad.)

 

5. Durch das Fasten entfernt sich der Fastende vom Feuer der Hölle.

Abu Umama (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen auf ihm) sagte:

"Wenn man einen Tag einzig für Allah fastet, dann wird Allah einen Graben zwischen ihm und der Hölle bauen, der so groß ist, wie die Entfernung zwischen Himmel und Erde."

(Hadith bei at-Tirmidhi)

 

Uthman Ibn al-Asad (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen auf ihm) sagte:

"Das Fasten ist ein Schutz mit dem sich der gläubige Diener vor der Hölle schützt."

(Hadith bei Ahmad)

 

6. Die Fastenden erhalten eine Belohnung ohne Berechnung.

"Gewiss, muslimische Männer und muslimische Frauen, gläubige Männer und gläubige Frauen, ergebene Männer und ergebene Frauen, wahrhaftige Männer und wahrhaftige Frauen, standhafte Männer und standhafte Frauen, demütige Männer und demütige Frauen, Almosen gebende Männer und Almosen gebende Frauen, fastende Männer und fastende Frauen, Männer, die ihre Scham hüten und Frauen, die (ihre Scham) hüten, und Allahs viel gedenkende Männer und gedenkende Frauen - für (all) sie hat Allah Vergebung und großartigen Lohn bereitet."

(Quran 33:35)

 

7. Der Fastende hat zwei Freuden.

Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

"Allah sagte: »Jede (gute) Tat, die der Sohn Adams begeht, ist für ihn selbst (vorteilhaft). Nur das Fasten begeht er Meinetwegen und die Belohnung dafür wird nach Meinem Ermessen gemacht.« Das Fasten ist (für den Menschen) ein Schutz so soll der Mensch während seines Fastentages weder Schändlichkeit noch trubelhaftes Treiben begehen und wenn jemand ihn zum Zweikampf auffordert oder beschimpft, soll er ihm sagen: "Ich bin ein fastender Mensch". Ich schwöre bei Dem, in Dessen Hand das Leben Muhammads ist, dass der Geruch aus dem Mund eines Fastenden bei Allah besser ist als der von Moschus. Dem Fastenden stehen zwei Freuden bevor: Wenn er sein Fasten bricht, ist er voller Freude und wenn er seinem Herrn (am Tage des Jüngsten Gerichts) begegnet, freut er sich über das von ihm geleistete Fasten!"

(Hadith sahih bei Buchari, dtsch. Ausgabe, Nr. 1904)

 

8. Der Geruch des Fastenden ist bei Allah besser als der Duft von Moschus.

Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

"Das Fasten ist (für den Menschen) ein Schutz so soll er (während des Fastens) weder Schändlichkeit noch Torheit begehen und wenn jemand ihn zum Zweikampf auffordert oder beschimpft, soll er ihm zweimal sagen: "Ich faste". Ich schwöre bei Dem, in Dessen Hand mein Leben ist, dass der Geruch aus dem Mund eines Fastenden bei Allah besser ist als Moschus. Allah sagte: »Er (der Fastende) stellt Meinetwegen sein Essen und Trinken sowie seine Begierde ein. Das Fasten ist Mir gewidmet, und Ich belohne entsprechend und jede gute Tat wird gleichermaßen zehnfach belohnt.«

(Hadith sahih bei Buchari, dtsch. Ausgabe, Nr. 1894)

 

9. Eines der Tore des Paradieses ist den fastenden Muslimen vorbehalten.

Sahl (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Prophet ( Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

"Es gibt im Paradies ein Tor, das Ar-Rayyan heißt, durch das die Fastenden am Tage der Auferstehung eintreten werden, und kein anderer außer ihnen wird hindurch eintreten. (An jenem Tage) wird ausgerufen: »Wo sind die Fastenden?« Da stehen diese dann auf, und sonst kein anderer außer ihnen wird hineintreten. Wenn sie darin sind, wird das Tor geschlossen, und danach tritt keiner mehr durch dieses ein."

( Hadith sahih bei Buchari, dtsch. Ausg., Nr. 1896)

 

10. Das Fasten stärkt beim Fastenden das Mitgefühl für Arme und Bedürftige.

Der Muslim erfährt - wenn auch nur für ein paar Stunden - was es heißt, Hunger zu haben.

 

11. Das Fasten ist eine gute Übung der Selbstdisziplin.

Es lehrt Geduld, Selbstbeherrschung und die Fähigkeit, seine Begierden zu kontrollieren. Es ist eine Reinigung für die Seele und stärkt den Iman.

 

12. Das Fasten ist ein Schutz für junge Männer, die noch nicht verheiratet sind.

Ibn Mas'ud (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Prophet Muhammad( Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

"Oh ihr jungen Leute, wer von euch heiraten kann, (wenn er die Mittel dafür hat,) der soll heiraten, weil es die Blicke (zu anderen Frauen) zurückhält und seine Scham hütet. Wer auch immer es nicht kann, (weil er die Mittel für das Heiraten nicht hat,) der soll fasten, da es ein Schutz ihn ist."

(Hadith bei Buchari, Nr. 5066)

 

13. Fasten beinhaltet auch gesundheitlichen Nutzen.

Durch das Fasten werden insbesondere schädliche fette Substanzen aus dem Blut abgebaut.

 

14. Das Fasten dient der Sühne (arab. Kafara) für manche Handlungen in der Religion.

Dies ist z.B. der Fall, wenn ein Schwur nicht eingehalten wurde.

 

15. Das Fasten ist ein Schutz für jeden Muslim.

Abu Huraira (ALLAHs Wohlgefallen mit ihm) berichtete, dass Muhammad (ALLAHs Segen und Frieden mit ihm), der Gesandte Allahs, sagte:

„Das Fasten ist ein Schutz..."

(Überliefert von Buchari,dtsch. Ausgabe, Hadith Nr. 1894)

 


 

Praktische Tipps - Vorbereitung Ramadan

 


1. Tipp

Mache die notwendigen Besorgungen wie den Kauf von Datteln, Lebensmittel, Getränke usw. wenn möglich schon vor Beginn des gesegneten Monats. Das erspart dir unnötiges Herumrennen während des Ramadans. So kannst du dir dann mehr Zeit für die wichtigen Sachen wie die Gebete und das Koranlesen nehmen und den Ramadan stressfreier erleben.

 

2. Tipp

Wenn deine Schlafgewohnheiten seit dem letzten Ramadan durcheinander gekommen sind, dann versuche sie wieder so einzurichten, dass du besser zum Sahur bzw. zum Morgengebet aufstehen kannst.

 

3. Tipp

Das Sunna-Fasten im Monat Schaban hilft den Übergang zum Fasten im Ramadan besser zu bewältigen und stellt somit in einer gewissen Weise eine Vorbereitung für den Monat Ramadan dar.

 

4. Tipp

Verringere deinen Fernsehkonsum oder lasse ganz davon ab und bereite die Familie so für die geistige Atmosphäre des Ramadans vor. Beschäftige dich mit deinen Kindern und unternimm Aktivitäten, die einen Bezug zum Ramadan besitzen.

 

5. Tipp

Suche dir CD mit Koranrezitaton, geeigneten islamischen Liedern und Ramadansongs für die gesegneten Tage aus und sortiere sie, damit man sie bei passenden Gelegenheiten im Ramadan abspielen kann.

 

6. Tipp

Plane die Zeit, die du mit deiner Familie und deinen Kindern mit Ramadanaktivitäten wie Koranlesen, Vorlesen von islamischen Geschichten, Tarawihgebeten u.ä. verbringen willst und belege diese Zeiten nicht mit anderen Terminen.

 

7. Tipp

Kümmere dich um die speziellen Ramadanbedürfnisse deiner Familie. Haben deine Töchter Kopftücher und deine Söhne Gebetskappen für den Moscheebesuch? Wie sieht es mit angemessener Kleidung und bequemen Schuhen aus? Gib, wenn möglich, deinen Kindern noch zusätzlich ein wenig Ramadantaschengeld. Damit können sie z.B. Getränke und Süßigkeiten in der Moschee kaufen.

 

8. Tipp

Bereite für die Iftaressen Zutaten wie z.B. gehackte Kräuter, geschnittene Zwiebeln, zerkleinerte Gemüsestücke usw. vor, die eingefroren werden können und die bei Bedarf für die Essenszubereitung aufgetaut werden können.

 

9. Tipp

Gäste zu aufwendigerem Iftaressen einzuladen wird am praktischsten und einfachsten sein, wenn die Frau des Hauses, diese in den Tagen vorbereitet, in denen sie nicht fasten darf. Das hat manche Vorteile wie das Kosten der Mahlzeit, mehr Zeit zur Essensvorbereitung, da manche Gottesdienste wegfallen. Zudem kann sie sich auch mehr Zeit für die Gäste nehmen.

 

10. Tipp

Bereite die Kinder auf den Ramadan vor, indem du ihnen erklärst, dass sie im Ramadan mehr als sonst beim Essenkochen und Tischdecken bzw. -abräumen und Saubermachen u.ä. helfen müssen. Erkläre ihnen auch, dass auch diese guten Taten von Allah als Sadaqa gezählt werden und diese Handlungen im Ramadan mehr belohnt werden.

 

Quelle: muslimehelfen.org

 

 

Sunna-Handlungen beim Fasten

 

Die Einnahme einer Mahlzeit kurz vor dem Fastenbeginn (arab. Suhur)

Anas Ibn Malik (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

"Nehmet (im Ramadhan) eine Mahlzeit vor der Morgendämmerung ein, denn diese ist eine segensvolle Mahlzeit."

(Hadith sahih bei Buchari, dtsch. Ausgabe, Nr. 1923)

 

Man sollte die letzte Mahlzeit möglichst kurz vor der Morgendämmerung einnehmen und nicht schon Stunden oder Minuten vor dem Fastenbeginn Fasten.

 

Der Prophet (Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm) sagte:

„Meine Umma bleibt solange im Guten, wie sie das Fastbrechen vorzieht und das Suhur verzögert.“

(Hadith sahih bei Ahmad)

 

Das unverzügliche Fastenbrechen

Genauso wie die letzte Mahlzeit möglichst kurz vor der Morgendämmerung eingenommen werden sollte, sollte am Ende des Fastentages zügig das Fasten gebrochen werden.

 

Anas Ibn Malik (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete:

„Der Prophet (Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm) pflegte das Sonnenuntergangsgebet nicht zu verrichten, bis er das Fasten gebrochen hatte, und wenn auch nur mit einem Schluck Wasser.“

( Hadith hasan bei at-Tirmidhi)

 

Das Essen von Datteln und das Trinken von Wasser

Am Besten bricht man das Fasten mit Datteln, ansonsten mit Wasser.

 

Anas Ibn Malik berichtete:

„Der Prophet (Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm) pflegte das Fasten mit reifen Datteln zu brechen, bevor er (Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm) betete. Wenn er keine fand, dann mit getrockneten Datteln, und wenn es auch davon keine gab, so nahm er ein paar Schlucke Wasser.“

(Hadith bei al-Tabarani)

 

Bittgebet beim Fastenbrechen

Unter Berufung auf Marwan, der sagte: „ Ich sah Ibn Umar, wie er seinen Bart festhielt und dann das, was davon über die Hand hinausragte, abschnitt. Er sagte:

„ Der Gesandte Allahs (Allahs Friede und Segen auf ihm) pflegte, wenn er das Fasten brach, zu sagen: „ Der Durst ist (vorüber-)gegangen, die Adern wurden aufgefrischt und der Lohn steht fest, so Allah will.““

(Hadith sahih bei Abu Dawud)

 

Das Bittgebet im arabischen Wortlaut: dhahaba adh-dhamq'u, wabtallatil uruuq, wa thabata al-'adschru inscha' Allah.

 

Hinweis: Nicht authentisch (sahih) ist hingegen das folgende sehr verbreitete Bittgebet:

"Oh Allah, ich habe für Dich gefastet und mit Deiner Versorgung breche ich mein Fasten. (arab.: Allahumma laka sumt(u) wa ala rizqika 'aftart(u)" Es ist ein schwaches Hadith bei Abu Dawud. Al-Albani erklärte es für nicht authentisch.

 

Quelle: Islam-Pedia

 

Benehmen beim Fasten

 

Auf die Zunge achten

Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, daß der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte:

"Wer das falsche Wort und dessen tatkräftige Durchsetzung nicht unterlässt, von dem verlangt Allah nicht, dass er auf sein Essen und Trinken verzichtet."

(Sahih Buchari)

 

Gutes Benehmen und Vermeiden von Streit

Abu Huraira (ALLAHs Wohlgefallen mit ihm) berichtete, dass Muhammad (ALLAHs Segen und Frieden mit ihm), der Gesandte Allahs, sagte:

„Das Fasten ist ein Schutz; so soll er (während des Fastens) weder Schändlichkeit noch Torheit begehen; und wenn jemand ihn zum Zweikampf auffordert oder beschimpft, soll er ihm zweimal sagen: 'Ich faste.' Ich schwöre bei Dem, in Dessen Hand mein Leben ist, dass der Geruch aus dem Mund eines Fastenden bei Allah besser ist als Moschus. Allah sagte: 'Er (der Fastende) stellt Meinetwegen sein Essen und Trinken sowie seine Begierde ein. Das Fasten ist Mir gewidmet und Ich belohne entsprechend; und jede gute Tat wird gleichermaßen zehnfach belohnt.'"

(Überliefert von Buchari)


Erlaubte und verbotene Dinge während des Fastens

 

Dinge, die das Fasten ungültig machen

 

Das Fasten wird ungültig durch:

  • Orale Zuführung von Substanzen in den Körper, unabhängig von deren Konsistenz und deren Nährwert (essen, trinken und rauchen). Zuführung von nährwerthaltigen Substanzen in den Körper auf anderem Weg, unabhängig von deren Konsistenz. Spritzen und Medikamente ohne Nährwert annullieren das Fasten nicht.
  • Absichtliches Erbrechen.
  • Selbstbefriedigung (Onanie) mit der Hand oder durch geschlechtliche Erregung. Samenerguß im Schlaf beeinträchtigt das Fasten nicht.
  • Geschlechtsverkehr

 

Das absichtliche Vollziehen aller obiger Handlungen annulliert das Fasten. Die entsprechenden Tage müssen deshalb nachgeholt werden. Die Übertretung von Punkt 1 aus Vergeßlichkeit oder aus Versehen macht das Fasten nicht ungültig.

 

Essen und Trinken bei Vergessen machen das Fasten nicht ungültig

Abu Huraira (ALLAHs Wohlgefallen mit ihm) berichtete: Der Prophet (ALLAHs Segen und Frieden mit ihm) hat gesagt:

"Wenn jemand vergißt, (daß er fastet) und ißt und trinkt, soll er sein Fasten fortsetzen, denn Allah hat ihn essen und trinken lassen."

(Bukhari)

 

Erlaubtes während des Fastens

 

  • Vollständiges Eintauchen des Körpers in Wasser.
  • Der Gebrauch von Augen-, Ohren- und Nasentropfen, von Khul, von Hautcreme und Hautöl
  • Das Ausspülen von Mund und Nase, Zahnpflege mit Zahnbürste und Zahnpasta oder mit dem Siwak. Versehentliches Verschlucken von Wasser beeinträchtigt das Fasten nicht.
  • Das Küssen oder das Streicheln des Ehepartners, wenn man sich kontrollieren kann.
  • Blutentnahme, Blutspende und Aderlaß.
  • Darmeinlauf.
  • Einatmen von Staub und Riechen von Parfum.
  • Abschmecken von Mahlzeiten. Hausfrauen und Köche dürfen Gerichte abschmecken. Die Essensprobe muß jedoch wieder ausgespuckt werden.
  • Schlucken des eigenen Speichels
  • Beginn des Fastens im Zustand der Dschanaba (rituelle Unreinheit). Die Pflicht zur Durchführung von Ghusl (rituelle Ganzkörperwaschung) und zur Verrichtung des Fadschr-Gebets besteht jedoch vor Sonnenaufgang.

 

Beliebte Zeiten des freiwilligen Fastens

 

Drei Tage im Monat

 Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete:

" Mein liebster Freund (Allahs Segen und Friede auf ihm) legte mir drei Dinge ans Herz: Das Fasten an drei Tagen je Monat, die Verrichtung von zwei Gebetsabschnitten (Rak'a) am Vormittag (Duha-Gebet), und dass ich ein Gebet mit einer ungeraden Zahl (Witr) an Rak'a vor der Nachtruhe verrichte."

(Hadith sahih bei Buchari, dtsch. Ausgabe, Nr. 1981)

 

Abu Dharr (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Prophet Muhammad (Allahs Segen und Wohlgefallen auf ihm) sagte:

"Wer drei Tage im Monat fasten will, der soll am 13.,14., und 15. des Monats fasten."

(Hadith bei Tirmidhi, An-Nasa'i und Ahmad)

 

Gemeint ist der 13.,14., und 15. eines Monats des islamischen Mondjahres. Da an diesen Tagen Vollmond ist, werden sie auch die "weißen Tage" genannt.

 

Fasten im Monat Scha'baan

Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr) berichtete:

"Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) hat (außer im Ramadhan) in keinem anderen Monat (mehr) gefastet als im Scha'baan. Er pflegte den ganzen Scha'baan zu fasten. Er sagte: »Nehmet euch vor, (gute) Taten zu verrichten, die ihr verkraften könnt, denn Allah wird nie aufhören, euch dafür den Lohn zu geben, bis ihr selbst diese aufgegeben habt.« Und der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) liebte solche Gebete am meisten, die dauerhaft verrichtet werden können, auch dann, wenn es nur wenige sind! Und wenn er ein Gebet einmal verrichtete, so verrichtete er es auch regelmäßig."

(Hadith sahih bei Buchari, dtsch. Ausgabe, Nr. 1970)

 

Es ist jedoch unerwünscht, die zweite Hälfte des Scha'baan zu fasten für denjenigen, der nicht immer im Scha'baan fastet.

 

Fasten am Tag von Aschura

Salim berichtete, dass sein Vater (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sagte:

"Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: »Am Tage von Aschura kann jeder fasten, wer fasten will.«"

(Hadith sahih bei Buchari, dtsch. Ausgabe, Nr. 2000)

 

Der Tag von Aschura ist der 10.Tag des Monats Muharram, es ist ebenso empfohlen, den 9.Muharram zu fasten.

 

Fasten im Monat Schawwal

Abu Ajjub al-Ansari berichtete, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

„Wenn jemand den Ramadhan fastet und daraufhin noch 6 (Tage) im (darauffolgenden Monat) Schawwal, so ist es, als ob er ein ganzes Jahr gefastet hätte.“

(Hadith bei Muslim)

 

Die ersten zehn Tage von Dhul-Hidscha - Tag von 'Arafa

Gemeint sind hiermit bei genauerem Hinsehen 9 Tage, da der 10. Dhul-Hidscha der Tag des Opferfestes ist und an diesem Tag nicht gefastet werden darf.

 

Der Prophet (ALLAHs Segen und Frieden mit ihm) pflegte an den ersten neun Tagen des Dhul-Hidscha zu fasten. Es wird von Hunaydah ibn Chalid berichtet, dass eine der Frauen des Propheten (Frieden und Segen auf ihnen allen) sagte:

"Der Prophet (saws) pflegte in den ersten neun Tagen des Dhul-Hidscha zu fasten, und am Tag von Aschura, und drei Tage jeden Monats; den ersten Montag des Monats und zwei Donnerstage."

(Al-Nasa’i, 4/205 und Abu Dawud; von al-Albani in Sahih Abi Dawud, 2/462 als sahih eingestuft)

 

Insbesondere das Fasten am 9. Dhul-Hidscha, dem Tag von 'Arafat ist beliebt. Dies ist der Tag, an dem die Hadsch-Pilger beim Berg 'Arafa stehen. Die Pilger selbst dürfen an diesem Tag allerdings nicht fasten.

 

Abu Qutaba (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Prophet Muhammad (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sagte:

"Das Fasten am 'Arafa-Tag löscht die Sünden von zwei Jahren, das Jahr zuvor und ein Jahr danach."

(Hadith bei Muslim)

 

Fasten im Monat Muharram

Abu Huraira (ALLAHs Wohlgefallen mit ihm) sagte: „Der Gesandte ALLAHs (ALLAHs Segen und Frieden mit ihm) sagte:

"Das beste Fasten nach dem Ramadhan ist das Fasten in ALLAHs Monat Muharram.“

(Überliefert von Muslim Nr. 1982)

 

Das Fasten am Montag und Donnerstag

Aischa (ALLAHs Wohlgefallen mit ihr berichtete:

„Der Gesandte ALLAHs pflegte montags und donnerstags zu fasten.“

(Überliefert von at-Tirmidhi, mit dem Vermerk: Ein guter Hadith. Riyad-us-Salihin Hadith Nr. 1257)

 

Fasten wie der Prophet Dawud (David)

Der Prophet Dauud pflegte einen Tag zu fasten und den nächsten Tag das Fasten auszusetzen, u.s.w.

Der Prophet Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte (zu Abdullah Ibn Amr):

"Dann faste einen Tag und esse an einem Tag, denn dies ist das Fasten Davids (arab. Dawud) (Friede sei mit ihm) und dies ist das beste Fasten."

(Hadith bei Buchari und Muslim)

 

Zeiten, in denen das Fasten verboten oder unerwünscht ist

 

Das Fasten an den zwei Festtagen

Das Fasten an den beiden Festtagen der Muslime ist verboten.

 

Abu 'Ubaid, Sklave des Ibn Azhar, berichtete:

"Ich erlebte das Fest mit 'Umar Ibn al-Khattab (Allahs Wohlgefallen auf ihm) als er sagte: »Das sind zwei Tage, an denen der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) das Fasten verbot. Es handelt sich um den Tag, an dem ihr euer Fasten brechet, und um den anderen Tag, an dem ihr von euren Opfertieren esset.«

(Hadith sahih bei Buchari, dtsch. Ausgabe, Nr. 1990)

 

Das Fasten an den Taschriq-Tagen

Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) verbot es, dass an diesen Tagen gefastet wird. Gemeint sind die drei Tage nach dem Opferfest.

 

Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Prophet Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) Abdullah beauftragte, in der Stadt herumzugehen und die Muslime anzuweisen, während dieser drei Tage nicht zu fasten, da diese für das Essen und Trinken und für das Erwähnen des Namen Allahs vorgesehen sind.

 

Vereinzeltes Fasten am Freitag

Das Fasten am Freitag, ohne dass man dies mit dem Fasten am Samstag oder am Donnerstag kombiniert, ist unerwünscht (arab. makruh).

 

Abu Ajjub Al-Ansari berichtete:

"Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) trat bei Dschuwairiya Bint al-Harith (Allahs Wohlgefallen auf ihr) ein, als sie an einem Freitag fastete. Er sagte zu ihr: »Hast du gestern gefastet?« Sie sagte: »Nein!« Da sagte der Prophet zu ihr: »Willst du morgen fasten?« Sie erwiderte: »Nein!« Er sagte dann zu ihr: »Also brich dein Fasten!« "

(Hadith sahih bei Buchari, dtsch. Ausgabe, Nr. 1986)

 

Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

"Keiner von euch darf am Freitag fasten es sei denn, er fastet einen Tag davor oder danach. "

(Hadith sahih bei Buchari, dtsch. Ausgabe, Nr.1985)

 

Zur Verdeutlichung der Übersetzung dienen folgende Ergänzungen in Klammern:"Keiner von euch darf (außer im Ramadan) am Freitag fasten es sei denn, er fastet (zusätzlich dazu) einen Tag davor (den Donnerstag) oder danach (den Samstag)."

 

Fasten am Samstag

Das Fasten am Samstag ist unerwünscht (arab. makruh).

 

Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

"Fastet nicht am Samstag, außer wenn dies ein Pflichtfasten ist."

(Hadith bei Dawud und Tirmidhi, Al-Albani erklärte den Hadith für sahih)

 

Ein oder zwei Tage vor Beginn des Ramadans

Das Fasten am Tag des Zweifels ist verboten, außer für denjenigen, der gewöhnlich an dem betreffenden Tag fastet, z.B. weil dieser ein Montag oder Donnerstag ist.

 

Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

"Keiner von euch darf vor Beginn des Ramadans einen Tag oder zwei Tage vorsorglich fasten es sei denn, dass er gewöhnlich gefastet hat, dann kann er diesen Tag fasten."

(Hadith sahih bei Buchari, dtsch. Ausgabe, Nr.1914)

 

Ganzjähriges Fasten

Es ist unerwünscht (arab. makruh) das ganze Jahr über, d.h. ohne Unterbrechung zu fasten.

 

Abdullah Ibn Amru (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Prophet Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

"Derjenige, der das ganze Jahr fastet, hat nicht gefastet."

(Hadith bei Muslim und Buchari)

 

Fasten in der zweiten Hälfte des Scha'abaan

Es ist unerwünscht (arab. makruh) in der zweiten Hälfte des Scha'baan zu fasten.

 

Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

" Wenn die (erste) Hälfte des Scha'aban vorbei ist, dann fastet nicht."

(Hadith sahih bei Abu Dawud, Tirmidhi und Ibn Madscha)

 

Eine Ausnahme gilt für eine Person, die regelmäßig z.B. montags und donnerstags fastet, und für eine Person, die immer im Scha'abaan fastet.

 

Das Fasten einer Frau ohne die Erlaubnis ihres anwesenden Ehemann

Abu Huraira (ALLAHs Wohlgefallen mit ihm) überliefert, dass der Gesandte Allahs (ALLAHs Segen und Frieden mit ihm) sagte:

"Eine Frau darf nicht freiwillig fasten, wenn ihr Mann zu Hause ist, außer mit seiner Erlaubnis. Sie sollte ebenso niemandem gestatten, sein Haus zu betreten ohne seine Zustimmung."

(Hadith bei Buchari Nr. 4793 und Muslim)